Epson 4880 Profilierung, druckbare Tonwerte
  • Hallo liebe Forenmitglieder!

    Ich habe einige grundlegende Probleme mit meinem Drucker und ein Supportmitarbeiter unseres Papierlieferanten hat mich an dieses Forum verweisen.

    Zu Beginn versuche ich mal meine Situation zu erklären und hoffe, dass ihr euch damit ein besseres Bild von meinem aktuellen Wissensstand machen könnt.

    Ich bin seit ca. 5 Jahren begeisterter Hobbyfotograf und beschäftige mich seitdem durchgehend sehr intensiv mit dem Thema. Das Thema EDV gehört ebenfalls zu meinen Hobbys und ich habe damit auch beruflich etwas zu tun.

    Ich fotografiere mit Nikon-Kameras im RAW-Format und bearbeite diese dann in Lightroom (CC2015). Gedruckt wird ausschließlich in Photoshop (CC2017).

    Ich verwende 2 Monitore von Benq (BL3200PT), welche mit dem Color Munki Photo kalibriert wurden (davor mit dem Spyder 3). Die Helligkeit ist ebenfalls für mein dunkles Büro ohne Lichtquellen eingestellt.

    Als Drucker verwende ich einen Epson 4880 mit originalen Tintenpartonen (verwende „Photo Black“ als schwarze Patrone).

    Beim verwendeten Papier handelt es sich um das „mediaJET PhotoArt White Satin“ der Firma Rauch:

    https://www.rauch-papiere.de/produkte/fotografie-und-fineart/mediajet-artistline/mediajet-photoart-white-satin/


    Wenn ich nun ein Foto ausdrucken möchte, fehlt einiges an Zeichnung in den Schwarzwerten. Wenn ich ein Testchart ausdrucke und trocknen lasse, ergibt sich ein druckbarer Tonwertbereich von 24-252.

    Ich besitze das „Handbuch digitale Dunkelkammer“ in der 2. Auflage vom dpunkt.verlag. Darin steht auf Seite 526 und 527, dass man in Photoshop den Tonwertumfang auf den druckbaren Bereich einschränken soll (dort ist auch der von mit verwendete Testchart zu finden).

    Beschränke ich nun den Tonwertumfang auf 24-252, sind im Ausdruck zwar mehr Details in den Schwarztönen zu erkennen, der dunkelste Wert ist aber heller als auf dem vorigen Ausdruck. Soll heißen, Schwarz ist nicht mehr richtig schwarz. Wenn ich den Testchart mit diesen Einstellungen ausdrucke, sind aber noch immer nicht alle Tonwerte zu erkennen. (die Schwarzwerte 1-4 haben alle des gleiche Schwarz bzw. Dunkelgrau und erst ab Feld 5 wird ein Unterschied sichtbar).

    Ein Softproof zeigt dann wieder ein anderes Bild. Hier sind die Schwarzwerte ab Feld 10 zu unterscheiden. Ich habe diesen auch auf anderen, günstigeren aber auch kalibrierten, Monitoren durchgeführt und er zeigt überall ein ähnliches Ergebnis. Dabei handelt es sich um Office-Bildschirme von Benq und Samsung und um den Monitor meines Laptops (DELL Latitude E5530).

  • Als ICC-Profil habe ich immer das von der Fa. Rauch bereitgestellte verwendet.
    Im Druckerdialog habe ich folgende Einstellungen verwendet:
     
    Druckereinstellungen:
    Media Type: Velvet Fine Art Paper
    Color: Color
    Print Quality: Quality (LEVEL 4, SuperFine – 1440x720dpi, High Speed: on)
    Mode: Custom, Off (No Color Adjustment)

    Photoshop-Druckeinstellungen:
    Dokumentprofil: ProPhoto RGB (nur zur Info-kann hier nicht geändert werden)
    Farbhandhabung: Farbmanagement durch Photoshop
    Druckerprofil: E_4880_MediaJetPhotoWhiteSatin_VelvetFAP (das von Rauch)
    Normaldruck
    Relativ Farbmetrisch
    Tiefenkompensierung aktiviert
    Diese Einstellungen bin ich auch mit dem Techniker von Rauch durchgegangen und sie sollten passen. Wenn ich z.B. direkt aus Photoshop drucke, verhalten sich die Schwarztöne genauso.

    Ich habe mir dann den Color Munki Photo angeschafft und damit Drucker und Monitor kalibiert und ein eigenes ICC-Profil erstellt. Dadurch habe ich aber keine bemerkenswerte Verbesserung erhalten. Man kann dieses Profil dann anhand eines eigenen Bildes noch nachkalibrieren. Dann verwendet er im Testchart nur die im Foto verwendeten Farben. Da ich ein dunkles Foto verwendet habe, waren viel mehr dunkle Felder dabei als bei dem Standardchart. Danach wurde es ein wenig besser, aber immer noch nicht zufriedenstellend.

    Daher wollte ich mich mit meinem Anliegen mal an die Fachleute wenden. Bevor hier tiefgehende Diskussionen über Einstellungen usw. beginnen, wollte ich einfach mal grundlegen folgende Punkte hinterfragen:

    Warum wird bei einer Einschränkung des Tonwertumfanges durch Photoshop plötzlich alles heller, wenn es davor bis zu einem bestimmten Schwarzwert richtig dunkel war? Ist das überhaupt ein sinnvoller Weg bzw. habe ich das richtig verstanden? Mir kommt dieser Punkt nämlich irgendwie komisch vor.

    Sollte nach einer Profilierung des Druckers das Problem mit den Schwarzwerten behoben sein oder geht es hier mehr um die korrekte Farbdarstellung?

    Würde eine Profilierung von einem Anbieter im Internet Sinn machen?

    Gibt es an dem Drucker selbst irgendwelche Einstellungen, welche hier Probleme machen könnten? 

    Ich habe diesen gebraucht erhalten und keine Einstellungen geändert bzw. nichts gefunden was Sinn machen würde.

    Wie ihr seht sind meine Kenntnisse beim Thema Drucken nicht die besten. Ich habe schon einiges im Internet darüber gelesen aber dort sind die Probleme meist ein falsch eingestellter Monitor oder ein komplett abgesoffenes Bild. Meines passt ja grundsätzlich und wirkt auch nicht zu dunkel, es fehlt eben nur die Zeichnung im schwarz.

    Ich wäre sehr froh wenn hier jemand etwas Licht in die Sache rücken könnte. Ich drucke jetzt immer mit einer leichten Tonwertkorrektur, damit der Kontrast erhalten bleibt, aber dennoch etwas Zeichnung in den Schatten zu sehen ist. Wenn man das Foto nicht mit dem am PC vergleicht sieht es ganz OK aus, ein gezieltes Arbeiten ist so aber leider nicht möglich.
    Mit einem normalen Glossy-Fotopapier sieht es gleich viel besser aus. Vielleicht liegt es ja einfach nur am Papier?!

    LG Tom

  • Hi,

    Druckerprofil: E_4880_MediaJetPhotoWhiteSatin_VelvetFAP

    Das ICC Profil hat nicht zufällig noch "MK" im Dateinamen stehen?

    MK steht nämlich für Matte Black und dann kommst du mit Photo Black niemals hin.

    Hast du das "Black ink conversion kit" um auf Matte Black zu wechseln?


  • Hab jetzt nicht alles durchgelesen, aber das Papier „mediaJET PhotoArt White Satin“ braucht definitiv das matte schwarz. Auch wenn die (für meinen Geschmack ziemlich künstliche Oberfläche) Glanz suggeriert. Bei PK fällt die Tinte zu tief ins Papier, deswegen das flaue Schwarz.
    "MK/PK" im Dateinamen des Profils gibt es bei hahnemühle, harman u.a., aber nicht bei mediajet, die führen die zu verwendene Papiereinstellung an, hier "Velvet..".
    Es ist ziemlich befremdlich, daß dir bei Rauch niemand helfen konnte.
    Grüße von Tilmann
  • Doch es steht im Namen, wenn man das Profil lädt von der Seite, und es entpackt, dann steht da "MK" am Ende des Profilnamens

    Also Matt Black ist zu verwenden. Du druckst mit PhotoBlack - da passt die Eintstellung nicht zum Papier.




  • Vielen Dank für die Antworten! Das ging ja wirklich schnell! :)

    Die Damen und Herren bei Rauch sind wirklich sehr bemüht und ich habe denen nicht alles so genau aufgeschrieben wie hier im Forum. Ich war mit denen auch wegen einiger Musterpapiere in Kontakt und genau da wurde mir auch die Bezeichnung im ICC-Profil wegen der beiden Schwarzpatronen geschildert. Peinlich, dass ich auf das nicht auch selbst gekommen bin nachdem ich mit schon sehr lange darüber den Kopf zerbrochen habe. Hatte immer den Eindruck, dass das Papier die Tinte zu stark aufsaugt.

    Aber zum Glück habe ich mich endlich an euch gewandt. So ein Conversion Kit habe ich hier herumliegen. Werde gleich mal die ersten Tests durchführen. Bin gespannt und werde euch dann berichten :)

    Vielen Dank nochmal!


    LG Tom
  • Etwas späte Antwort-bin leider bis gestern nicht zum Testen gekommen.

    Mit "Matt Black" funktioniert es jetzt wie gewünscht und es ist eine Tonwertabstufung ab dem Feld 8 zu erkennen (vorher war es Feld 24).
    Hätte aber dennoch 2 weitere Fragen:

    Ist es sinnvoll in Photoshop vor dem Drucken eine Tonwertkorrektur zu machen um eben die 8 nicht unterscheidbaren Schwarzfelder auch noch so halbwegs darstellen zu können (so wie im Eingangspost bzw. "digitale Dunkelkammer" beschrieben oder macht man das normalerweise nicht?

    Meine zweite Frage betrifft den Papierwechsel:
    Wenn ich nun auf ein Glossy Papier drucken möchte, muss ich ja die Schwarzpatrone wieder tauschen. Das Austauschkit ist ja sicher wiederverwendbar. Allerdings denke ich, dass das Durchspülen der Leitungen und der Wechsel generell sehr viel Tinte verbrauchen wird. Wie geht ihr damit um? Wechselt ihr einfach nicht auf ein Papier, welches das andere Schwarz benötigt oder habt ihr einfach 2 oder mehr Drucker im Einsatz?

    LG Tom

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